"Der einzig geeignete Standort"

"Der einzig geeignete Standort"

Am Dienstag, 7. Oktober wurde die Drucksache zum Thema "Stadion-Neubau" in den Gemeinderat eingebracht. Außerdem informierten die Rathaus-Spitze und der SC-Vorstand die Öffentlichkeit über das Vorhaben. Am 18. November entscheidet der Gemeinderat dann in öffentlicher Sitzung, ob es bereits am 1. Februar 2015 einen Bürgerentscheid geben kann. Hier alles Wesentlich zu Finanzierung und Planung:

Für die Planung, Realisierung und den späteren Betrieb schlägt das Bürgermeisteramt die Gründung einer sogenannten Objektträgergesellschaft (OTG) vor, die dann Bauherrin und Eigentümerin des Stadions wird. Dieses Modell hat sich in ähnlicher Form bereits beim Bau der Messe am Flugplatz bewährt. In die Objektträgergesellschaft will die Stadt das Baugrundstück als Einlage einbringen und der SC als „atypischer stiller Gesellschafter" eine Kapitaleinlage von mindestens 15 Millionen Euro sowie insgesamt zusätzliche, maximal 5 Millionen Euro bei einem weiteren Verbleib in der 1.Liga. Diese fünf Millionen Euro sollen in 1-Million-Tranchen gesplittet werden, sprich: pro künftigem Jahr in der Bundesliga würde der Sport-Club eine Million Euro in diese OTG entrichten. Die Kapitaleinlage des SC würde so mindestens 15 Millionen Euro betragen, im besten Fall nach fünf weiteren Erstliga-Jahren insgesamt 20 Millionen Euro.

„Ich freue mich, hier einen Verein zu haben, der in der Lage ist, richtig Geld mit einzubringen", sagte Dieter Salomon. „Wir als Stadt bauen das Stadion in Form der Objektträgergesellschaft, bezahlen tut es allein der SC Freiburg. Aber wir fühlen uns zuständig für die Schaffung der entsprechenden Infrastruktur, was dadurch gerechtfertigt ist, dass der SC Freiburg der beste Werbeträger sowie der beste und größte Botschafter ist, den die Stadt hat." Der erwartete Zuschuss vom Land sei zwar noch nicht verbindlich zugesagt, aber das Bürgermeisteramt, so Salomon, befinde sich in konstruktiven Gesprächen.

Abzüglich der Kapitaleinlage des Sport-Club und des erwarteten Landeszuschusses verbleibt ein Betrag von rund 39 Millionen Euro, der durch Darlehen finanziert ist. Dabei soll der Objektträgergesellschaft über den größten Teil der Darlehen eine städtische Bürgschaft gewährt werden, um zinsgünstige Kommunalkredite in Anspruch nehmen zu können. Der bei der Objektträgergesellschaft verbleibende Aufwand für Zins und Tilgung der Darlehen, Neben- und Verwaltungskosten soll vollständig über die Pachtzahlungen des Sport-Club gedeckt werden. Das Stadion verbliebe nach der Fertigstellung im Eigentum der Objektträgergesellschaft; der SC wäre Pächter der Anlage. Der gesamte Unterhaltungsaufwand läge beim Sport-Club. Die Pacht ist in der Ersten Liga auf anfänglich 3,8 Millionen Euro jährlich berechnet. Bei einem Abstieg in die Zweiten Liga würde die Pacht auf jährlich 2,5 Millionen Euro sinken, womit beim Kapitaldienst aber auch nur eine reduzierte Tilgung geleistet werden könnte.

 

Der Sport-Club erhofft sich Synergieeffekte

„Der Standort Wolfswinkel ist der ideale Standort für ein neues Stadion und nicht zu vergleichen mit dem jetzigen und seiner Infrastruktur", betonte SC-Präsident Fritz Keller. „Wir erwarten uns dort auch Synergieeffekte mit der benachbarten Universität sowie der Neuen Messe. Deshalb bin ich froh, dass wir jetzt so weit sind. Auch mit einem Finanzierungskonzept, das es so sonst nicht gibt. Es ist seriös gerechnet und es ist selbsterwirtschaftetes Geld, das wir als Sport-Club einbringen."

Das Bürgermeisteramt verweist zudem darauf, dass der Sport-Club seit nunmehr 36 Jahren ununterbrochen in der Ersten oder Zweiten Bundesliga spielt, seit 1993 im aktuell 16. Jahr als Erstligist. Unter den Erstliga-Klubs sei der SC Freiburg einer der Vereine mit der solidesten Finanzwirtschaft: Der Verein ist seit Jahren komplett schuldenfrei und verfügt über entsprechende Rücklagen. Das gemeinsam entwickelte Modell gewährleistet, dass die Stadt bei einem Verbleib des SC in der Ersten oder Zweiten Bundesliga durch den eigentlichen Stadionbau finanziell nicht in Anspruch genommen würde. Im Vergleich zu anderen Bundesliga-Vereinen würde der SC eine hohe eigene Kapitaleinlage aufbringen.

„Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine Vorlage abgezeichnet zu haben, die so intensiv diskutiert und ausgearbeitet worden ist, wie diese", betonte Dieter Salomon. „Ich glaube, dass es eine sehr gute Vorlage ist und dass wir das, was wir im Februar als Hausaufgaben mitgekommen haben, sehr gut und gründlich abgearbeitet haben. Jeder kann sich nun weiter informieren und ich erwarte auch eine Versachlichung der Diskussion." Kalkuliert seien die Zahlen mit der Vorgabe, so der Erste Bürgermeister Otto Neideck, den Stadionbetrieb im Jahr 2019 aufnehmen zu können. Da könnte es dann also heißen: jetzt geht's los - im neuen Stadion.

Foto: Die SC-Vorstände Fritz Keller und Heinrich Breit (re.) mit Oberbürgermeister Dieter Salomon in der Mitte. Bild: Achim Keller

Sämtliche Drucksachen und Anlagen für den Gemeinderat finden sich auf unserer Website

 

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