"Wann, wenn nicht jetzt?"

"Wann, wenn nicht jetzt?"

Es gibt viele gute Argumente, die für das neue Stadion sprechen - die den Freiburgerinnen und Freiburgern aber auch vermittelt werden müssen. Im Vorfeld des Bürgerentscheids zum geplanten Stadionneubau am Wolfswinkel wird der Sport-Club dabei von mehreren Seiten tatkräftig unterstützt. So auch von der Bürgerinitiative „Freiburg für Fairplay – Pro Stadion“, die bei der letzten Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt in der Rothaus-Arena ebenfalls mit einem eigenen Infostand vertreten war. "Heimspiel"-Mitarbeiter Timo Tabery hat mit Eberhard Fugmann, einem langjährigen SC-Fan und Mitbegründer von „Freiburg für Fairplay – Pro Stadion“, über diese Argumente gesprochen. Im Interview erklärt der hauptberufliche Schulleiter des Freiburger Rotteck-Gymnasiums unter anderem, warum der Stadionneubau nicht zu Lasten der Bildung gehen wird.

Heimspiel: Herr Fugmann, Sie sind Direktor des Rotteck-Gymnasiums und einer der Sprecher von „Freiburg für Fairplay – Pro Stadion“. Wie kam es zu der Bürgerinitiative?

Eberhard  Fugmann: Franz Karl Opitz, ehemaliger Abteilungsleiter am Wentzinger-Gymnasium, und ich haben sie gegründet, weil wir uns seit Jahrzehnten dem SC als Zuschauer eng verbunden fühlen. In meinem Fall kommt hinzu, dass das Rotteck-Gymnasium Partnerschule des SC Freiburg ist. Durch die aktuelle Stadiondebatte ergab sich die ideale Gelegenheit, den Verein einmal in einer eminent wichtigen Frage durch ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Herr Opitz und ich konnten über unsere Bekanntenkreise 30 Personen für die Gründung der Bürgerinitiative mobilisieren.

Heimspiel: Was sind für Sie die zentralen Argumente pro Stadionneubau im Wolfswinkel?

Fugmann: Das gegenwärtige SC-Stadion genügt in vielerlei Hinsicht nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen. Man denke allein an die Verkehrssituation. Der Wolfswinkel hingegen ist auch aufgrund der schon vorhandenen und ausbaufähigen Verkehrsinfrastruktur ein hervorragend geeigneter Standort. Bedenkt man weitere günstige Umstände – die gegenwärtige Niedrigzinsphase, hohe Steuereinnahmen sowie die Tatsache, dass der SC Freiburg selbst eine hohe Einlage machen kann – dann muss man sich doch wirklich fragen: Wann, wenn nicht jetzt?

Heimspiel: Gegner des Projekts geben zu bedenken, dass ein Stadionneubau unter anderem zu Lasten der Bildung ginge. Was sagen Sie als Schulleiter dazu?

Fugmann: Gerade Schulleiter – nicht zufällig gibt es bei „Freiburg für Fairplay“ mehrere – wissen, dass die Stadt Freiburg klare Prioritäten für Bildung, Soziales und für ein vielfältiges kulturelles Angebot setzt. Daran rüttelt auch ein Stadionbau nicht. Zumal der SC langfristig gesehen die rund 70 Millionen Euro für das Stadiongebäude über die Pacht ja selbst bezahlt. Die rund 38 Millionen Euro, die die Stadt für die Infrastruktur tragen wird, sind schon deshalb ein gut zu verkraftender Betrag, weil dieser sich auf drei bis fünf Jahre verteilen wird. Angesichts des jährlichen Freiburger Gesamthaushalts von nahezu einer Milliarde Euro relativiert er sich doch sehr.

Heimspiel: Die Stadt kann es sich leisten?

Fugmann: Sicher. Und sie profitiert auch davon. Viele vergessen etwa, dass durch den Bundesligafußball beim SC eine Art Wertschöpfungskette entsteht, die der Stadt geschätzte 30 Millionen Euro pro Jahr einbringt, zusätzlich zu den immensen Gewerbesteuereinnahmen. Der SC ist Image- und Werbeträger, leistet im sozialen Bereich tolle Arbeit – wir Freiburger wären töricht, das alles zu ignorieren.

Heimspiel: Was hat „Freiburg für Fairplay“ vor dem Bürgerentscheid am 1. Februar noch geplant?

Fugmann: Wir werden im Januar mit Infoständen in den Stadtteilen, auf Wochenmärkten und in der Kaiser-Joseph-Straße sein. Wir haben zudem eine Website, auf der Prominente, etwa Günter Netzer oder Ottmar Hitzfeld, als Unterstützer auftreten. Am 22. Januar kommen dann noch der Journalist Marcel Reif und SC-Trainer Christian Streich ins Jazzhaus, um sich über das Thema Stadion und den Freiburger Weg zu unterhalten; eine Veranstaltung, die zehn Tage vor dem Bürgerentscheid nochmals einen Impuls in die Freiburger Öffentlichkeit senden soll.

Kommentare anzeigen
kommentieren