JA zu fairem Wahlkampf - Sport-Club wehrt sich gegen Falschaussagen

JA zu fairem Wahlkampf - Sport-Club wehrt sich gegen Falschaussagen

Der SC Freiburg bedauert das Verhalten einiger Stadion-Gegner, die die Debatte zum anstehenden Bürgerentscheid in Freiburg scheinbar mit bewusster Desinformation und mit Falschbehauptungen führen wollen. Diese Falschbehauptungen schüren in den letzten Tagen Ängste bei den Bürgerinnen und Bürgern - offensichtlich soll dadurch ein "Ja" zum neuen Stadion verhindert werden.

So wird auf Plakaten der Eindruck erweckt, ein Stadion-Neubau gefährde bis zu 5.000 Rettungsflüge im Jahr. Bekanntlich hat die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF) bereits die Auskunft gegeben, dass solche Helikopter-Flüge von und nach Freiburg bei einem Stadion-Neubau überhaupt nicht betroffen sind. "Es ist ein gefährliches Spiel, wenn unterstellt wird, dass wir bei einem Neubau Menschenleben riskieren", sagt SC-Präsident Fritz Keller über die Plakate. "Hier werden fahrlässig Ängste geweckt, wider besseres Wissen. Die Verantwortlichen sollten sich überlegen, ob ihnen wirklich jedes Mittel recht ist."

Bedauerlicherweise sind dies nicht die einzigen Falschbehauptungen, mit denen potenzielle Unterstützer des Stadions von ihrer Stimmabgabe abgebracht werden sollen: In Flugblättern und anderen Materialien wird unter anderem behauptet, der SC Freiburg lege die Zuschauerzahlen und seine finanziellen Verhältnisse nicht offen. Tatsächlich legt der Sport-Club die exakten Zuschauerzahlen und Zuschauereinnahmen der Stadt Freiburg jährlich offen. Für das Stadionprojekt hat der SC sich zudem einem Kreditrating unterzogen, das der Stadt ebenfalls vorliegt. Finanzbürgermeister Otto Neideck sagt hierzu: "Selbstverständlich haben wir eine Einschätzung zur finanziellen Lage des SC Freiburg. Diese ist hervorragend, nur deshalb kann der Verein einen so großen Teil der Finanzierung aus eigener Kraft stemmen."

Darüber hinaus wird behauptet, beihilferechtliche Aspekte der EU würden ignoriert und eine öffentliche Unterstützung des neuen Stadions sei rechtswidrig. Auch dies ist falsch: Auf Veranlassung der Stadt wurde auch dazu eine umfassende Vorprüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers durchgeführt. Matthias Müller, Leiter im Rechtsamt der Stadt Freiburg: "Wir sehen keine Bedenken bei den erforderlichen Genehmigungsverfahren der EU-Kommission. Vor allem die hohe Eigenbeteiligung des Vereins dürfte dafür ausschlaggebend sein, dass das Projekt europarechtskonform realisiert werden kann."

Die Gegner sprechen neuerdings auch von einem "Luxus-Stadion". Tatsächlich plant der SC eine Spielstätte, die seine Existenz sichert und wie bisher auf eine soziale Ausgewogenheit bei den Kartenpreisen und dem Verhältnis zwischen Sitz- und Stehplätzen achtet. Warum ausgerechnet aus Kreisen von Hobbyfliegern ein solcher "Luxus-Vorwurf" kommt, entzieht sich unserer Kenntnis. Ungeachtet dessen sind wir sehr erfreut darüber, dass der Segelflugbetrieb vor Ort nun aber doch erhalten werden kann. Wir haben den Vereinen von Beginn an unsere volle Unterstützung zugesagt.

SC-Präsident Fritz Keller fasst die Haltung des SC Freiburg zusammen: 

"Wir haben die Diskussion um das neue Stadion in Freiburg über Monate hinweg offen und fair geführt. Als Sport-Club haben wir dabei die zahlreichen wichtigen Argumente für ein neues Stadion sachlich und nachprüfbar dargelegt. Dass diese Argumente nicht ausnahmslos alle Bürgerinnen und Bürger in Freiburg überzeugen konnten, liegt in der Natur der Sache. Aber die genannten Falschinformationen sind vor diesem Hintergrund schwerlich auf Nichtwissen zurückzuführen, sondern aus unserer Sicht bewusst gestreut.

Wir sind es auf und außerhalb des Platzes gewohnt, mit fairen Mitteln zu kämpfen, weil man sich auch hinterher wieder die Hand geben will und deshalb jeder respektvoll behandelt werden sollte. Wir können die Verantwortlichen nur auffordern, mit dafür Sorge zu tragen, dass auch bis zum anstehenden Bürgerentscheid zum geplanten neuen Stadion eine sachliche und faktenorientierte Informationspolitik gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern in Freiburg erfolgt."


Nachtrag: Herbert Kallinich von der Bürgerinitiative "Pro Flugplatz", von der die Rettungsflug-Plakate stammen, hat inzwischen selbst gegenüber der Badischen Zeitung eingeräumt, dass die Aussage des Plakats in der Tat etwas verkürzt sei. Der entsprechende Artikel "Wahlkampf um neues SC-Stadion: Ein Plakat sorgt für Empörung" findet sich hier.

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