Ein offener Brief von den SC-Verantwortlichen

Ein offener Brief von den SC-Verantwortlichen

Kurz vor dem Bürgerentscheid, bei dem die FreiburgerInnen am Sonntag auch über die Zukunft des Sport-Clubs abstimmen, richten sich die Vorstände, Aufsichts- und Ehrenräte des SC Freiburg noch einmal direkt an die Bürgerschaft Freiburgs - um sie für den Stadionneubau zu gewinnen, einige falsch dargestellte Fakten richtigzustellen und um Ihre "Ja"-Stimme zu bitten:

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Freiburg,

 

der Bürgerentscheid am 1. Februar bedeutet für den SC Freiburg eine existenzielle Weichenstellung. Mit diesem Schreiben wollen wir noch einmal an Sie appellieren, von Ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Ihr „Ja" zum Stadionneubau kann nicht nur die Zukunft Freiburgs als Standort für Bundesligafußball sichern, sondern darüber hinaus auch die Entwicklung der Stadt und der gesamten Region in vielfacher Weise positiv beeinflussen.

Unsere Argumente dafür haben wir in den vergangenen Wochen anhand zahlreicher Fakten detailliert vorgestellt: Dass ein Umbau am Standort Schwarzwaldstraße weder genehmigungsfähig noch wirtschaftlich ist, gehörte ebenso dazu wie die Zahlen, die unsere Wirtschaftskraft für die Region und die hohen Sympathie- und Werbewerte des SC belegen.

Aufgreifen möchten wir hier noch einmal die Debatte um die Finanzierung. Der Sport-Club Freiburg hat sich über viele Jahre hinweg bundesweit den Ruf erarbeitet, außerordentlich seriös und weitsichtig zu wirtschaften. Es hat uns deshalb sehr irritiert, dass uns Stadiongegner nun ausgerechnet in unserer Stadt ein unseriöses Finanzgebaren unterstellen. Wir legen großen Wert auf die Feststellung, dass schon die 15 bis 20 Millionen Euro, die wir an angespartem Eigenkapital für den Neubau einbringen, dokumentieren, wie viel Verantwortung wir zu übernehmen bereit sind. Zumal wir das Stadion abzüglich eines Landeszuschusses über unsere Pachtzahlungen komplett selber bezahlen werden. Kein anderer Verein unserer Größenordnung in Deutschland hat das geleistet. Wie im übrigen das gesamte Finanzierungskonzept so entwickelt wurde, wie es beim SC gute Tradition ist: mit größtmöglicher Sorgfalt und mit Augenmaß. Kurz: mit dem, wofür der SC in der Bundesliga Vorbildcharakter besitzt.

Das ändert natürlich nichts daran, dass die 38 Millionen Euro, die die Stadt in die Infrastruktur investiert, viel Geld sind. Aber sie sind auch eine gute und sinnvolle Investition, die nicht nur dem SC zugute kommt, sondern an 365 Tagen im Jahr genauso der Messe, der Universität und dem gesamten Freiburger Westen. Im städtischen Haushalt, der sich allein 2015 auf 840 Millionen Euro beläuft, werden sie zudem über acht Jahre verteilt und weder die Anstrengungen bei Schulsanierungen einschränken noch bei der Schaffung von Kindergartenplätzen oder beim sozialen Wohnungsbau. Das haben die Verantwortlichen der Stadt uns gegenüber von Anfang an zur Grundlage aller Planungen zu einem Stadionneubau erklärt. Der Stadionneubau richtet sich also keineswegs gegen das soziale und kulturelle Engagement der Stadt. Im Gegenteil, das finanziert der SC als bedeutender Steuerzahler bereits jetzt gerne mit, und kann das als Bundesligist hoffentlich noch lange tun.

Wie sich der Sport-Club auch darüber hinaus schon sehr lange und in beständig wachsendem Umfang seiner sozialen Verantwortung stellt und künftig weiter stellen will: als Vorbild und Förderer der Nachwuchsarbeit in Freiburg und der Region. Als Partner des Breitensports. Und als Initiator und Unterstützer zahlreicher Aktionen und Projekte, über die insbesondere Kindern und Jugendlichen Werte und Ideen vermittelt werden, die im Selbstverständnis des SC Freiburg essentiell sind: Fairplay, ein solidarischer und integrativer Umgang miteinander - und ein bewusster Umgang mit Ressourcen.

Dass er ökologisch vernünftig ist, nehmen wir auch für den Standort Wolfswinkel in Anspruch. Weil er von der Stadt zu Fuß und sehr gut mit dem Rad zu erreichen ist, und weil er bereits eine Anbindung an Straßen- und S-Bahn besitzt. Übrigens versprechen wir Ihnen ausdrücklich, dass hier kein - wie von Gegnern behauptet - "Luxus-Stadion" entstehen wird. Das Gegenteil ist richtig: Wie bei allen Ausbaustufen am alten Standort, ist es auch bei sämtlichen Überlegungen zum Neubau ein zentrales Thema, dass das Platzangebot sozial ausgewogen bleibt.

Ebenfalls sicher können Sie sich sein, dass wir als Verantwortliche des SC Freiburg die große Anstrengung des Neubaus keinesfalls leichtfertig auf uns nehmen. Aber wir sehen für den SC keine andere realistische Chance, wenn wir auf längere Sicht noch Profifußball spielen und all das wollen, wofür der Sport-Club weit über Freiburg hinaus steht. Wie wir auch weiterhin überzeugt sind, dass nicht nur die Fußballfans von einem Neubau profitieren werden, sondern die ganze Stadt und die Region. Deshalb bitten wir Sie noch einmal: Gehen Sie am 1. Februar zum Bürgerentscheid und stimmen sie mit „Ja". Für das neue Stadion - und für Freiburg.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Fritz Keller, Präsident

Oliver Leki, Vorstand

Jochen Saier, Vorstand

Dr. Heinrich Breit, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Jörg Weber, Vorsitzender des Ehrenrates

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