Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 14.11.2016 zum Begleitforum

Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 14.11.2016 zum Begleitforum

Zweite Sitzung des Begleitforums im Technischen Rathaus:

Anlieger, Bürgervereine, Bürgerinitiativen, Verbände und Interessengruppen werden noch vor dem Gemeinderat über Stadionplanung informiert

Projektplanungen weiter vertieft und präzisiert     

Gutachten zur Flugsicherheit, zum Segelflug und zu meteorologischen Auswirkungen des Stadionbauwerks stehen ab jetzt im Internet

WenigeTage vor dem Gemeinderat informierte am Donnerstagabend (10. November) das städtische Baudezernat das Begleitforum zum Projekt des neuen Fußballstadions am Wolfswinkel über den aktuellen Stand der Planung. Auf der Basis des ausführlichen Sachstandsberichts, der am Dienstag (15.November) auf der Tagesordnung der Stadträtinnen und Stadträte steht, erläuterten im Technischen Rathaus die Fachämter der Stadtverwaltung sowie der SC, wie die Planung seit dem Bürgerentscheid im Februar 2015 weiterentwickelt worden ist. „Es ist bis heute nichts erkennbar, weshalb das Stadion an diesem Standort nicht möglich sein soll. Das bestätigen alle Gutachten und alle Fachleute!“ - so fasste Robert Staible, der Leiter des Amts für Projektentwicklung und Stadterneuerung, den aktuellen Stand zusammen.  

Gegenüber dem bisher in der Öffentlichkeit bekannten Status der Stadionplanung hat die Weiterentwicklung der Verfahren zu zahlreichen Veränderungen in der Planungskonzeption geführt. In seinen Grundzügen entspricht die Planung noch dem Sachstand wie beim Grundsatzbeschluss des Gemeinderats im November 2014 und beim Bürgerentscheid im Februar 2015 – inzwischen allerdings sehr viel präziser und detaillierter. Auch die damals im Vorfeld des Grundsatzbeschlusses eingeholten Expertenmeinungen zu möglichen K.O.-Kriterien sind von den weitergehenden Gutachten für die Bebauungsplanverfahren bestätigt worden. Und: Die kontinuierliche Fortschreibung aller Kosten zeigt, dass bei keiner Finanzposition das Budget für das Stadionprojekt selbst und für die Erschließung überschritten wird. 

Die wesentlichen Änderungen auf einen Blick:

  • Klarheit besteht inzwischen über das Nebeneinander von Stadion und Flugbetrieb. Ein Gutachterbüro aus Dresden hat auf der Grundlage aufwändiger Test im Flugsimulatornachgewiesen, dass das Stadionbauwerk aus flugmeteorologischer Sicht keine Gefahr oder sonstige Beeinträchtigung für den Flugbetrieb darstellt.

  • Aus Sicherheitsgründen wird an Spieltagen der Flugverkehr jeweils 90 Minuten nach dem Abpfiff unterbrochen. Der Grund: Die Haltestellen an der Stadtbahn entlang der Madisonallee liegen unter der südlichen Einflugschneise der Start- und Landebahn. Erfahrungsgemäß bilden sich nach Spielen dort größere Menschenansammlungen, die auf die Stadtbahnen warten. Um jedes Risiko auszuschließen, greift die Stadt die Empfehlung von Gutachtern auf.

  • Die stadteigene Betreibergesellschaft des Flugplatzes bemüht sich, den Segelflugvereinen einen Verbleib am Flugplatz zu ermöglichen. Zwar müssen zur Jahresmitte 2017 die bisherigen Segelflugbahnen westlich der Betonpiste aufgegeben werden; sie sollen dann auf die Ostseite der Start- und Landebahn umziehen können. Ein Gutachten bestätigt die Machbarkeit; das letzte Wort hat die Luftaufsichtsbehörde im Regierungspräsidium.

  • Weil neben den Profis auch die Nachwuchsmannschaft U23 im neuen Stadion trainieren soll, sind die beiden südlich des Stadions vorgesehenen Trainingsplätze vergrößert und um Spielfelder für Torwart-Training ergänzt worden, womit einige Parkplätze wegfallen werden. Deshalb wird westlich des Stadions gegenüber der Haupttribüne ein zweigeschossiges Parkdeck statt eines ebenerdigen Parkplatzes angelegt. Die Zahl der Stellplätze bleibt faktisch gleich.

  • Die bislang vorgesehene Fußgängerunterführung auf dem Weg von der Madisonallee und den Stadtbahn-Haltestellen zum Stadion ist nicht mehr erforderlich.

  • Eine gute Nachricht für Radler: Sie können künftig denFuß- und Radweg entlang des Wolfsbucks parallel zur Westrandstraße ohne Ampelstopp befahren, weil die Einmündung der neuen Erschließungsstraße in die Granadaallee mit einem Steg überbrückt wird. Von dort zweigt eine Rampe für Radfahrer auch direkt zum Stadion ab.

Seit Donnerstag abend (10.November) sind die Fachgutachten zum Segelflug, zur Flugsicherheit und zur Flugmeteorologie im Internet unter http://www.freiburg.de/pb/,Lde/1024816.html im Original abrufbar. Sie stellen die Ergebnisse der Windkanalversuche zur Flugsicherheit und zu den Strömungsverhältnissen für den Flugplatz durch das Stadionbauwerk dar und untersuchen die Möglichkeit, den Segelflugbetrieb am Flugplatz halten zu können. Einzelne Detailuntersuchungen sind noch in Bearbeitung und werden so schnell wie möglich öffentlich gemacht, sobald dies möglich ist.

Für die beiden Bebauungsplanverfahren sind zahlreiche weitere Gutachten in Arbeit: Von Lärmemissionen für den Mooswald bis zu Ausgleichsflächen für Magerrasen, Schutzkonzepte für Tier- und Pflanzenwelt, Entwässerung des Stadionareals oder Verkehrserschließung. Alle Gutachten werden mit der für Sommer 2017 vorgesehenen Offenlage der Bebauungsplanverfahren veröffentlicht und – ebenso wie alle bisherigen Expertisen und Gutachten seit Beginn der Stadionplanung – ab dann ebenfalls unter www.freiburg.de einsehbar sein. 

Dem Begleitforum SC-Stadion gehören Vertreterinnen und Vertreter der Bürgervereine, Bürgerinitiativen pro und contra Stadion, Anlieger des Flugplatzes, Umweltgruppen, die Universität sowie der Sport-Club und weitere Interessengruppen an; das Gremium war nach dem Bürgerentscheid als Baustein des städtischen Dialog- und Kommunikationskonzepts ins Leben gerufen worden. Parallel dazu finden für einzelne Zielgruppen wie Flugsportvereine und –betriebe, die Möbelhäuser entlang der Hermann-Mitsch-Straße oder Mooswald-Bewohner eigene Gespräche zu den jeweils direkt berührenden Fragestellungen statt; so ist Ende November ein Treffen der Flieger mit den Gutachtern zu Segelflug, Flugmeteorologie und Flugsicherheit anberaumt.

Das Begleitforum tagt ein- bis zweimal jährlich und dient vor allem der frühzeitigen und umfassenden Information der Anlieger, Betriebe und Interessengruppen. Die nächste Sitzung findet voraussichtlich im Sommer 2017 statt, wenn nach der Entscheidung über einen Totalunternehmer auch die Entwürfe für den Stadionbau vorliegen.   

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