Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 09.02.2017

Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 09.02.2017

Wichtiger Schritt für die Bebauungspläne Stadion:

Großteil der Ausgleichsflächen für Magerrasen und Braunfleckige Beißschrecke wird im Gewerbepark Breisgau nachgewiesen

7,2 Hektar bisher versiegelter Flächen der Start- und Rollbahnen in Bremgarten werden zu Naturflächen umgewandelt und gleichen Eingriffe in Schutzflächen in Freiburg aus

Baubürgermeister Prof. Martin Haag informiert Mitglieder des Bauausschusses

Ein wichtiger Schritt für Stadion-Bebauungspläne am Flugplatz: Die Stadt hat mit dem Zweckverband „Gewerbepark Breisgau“ und der Betreibergesellschaft für den interkommunalen Gewerbepark auf dem früheren Militärflughafen Bremgarten ein Konzept für Ausgleichsmaßnahmen vereinbart und mit der Höheren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium abgestimmt. Danach wird im Gewerbepark Breisgau ein großer Teil der notwendigen Ausgleichsflächen für den Bau des künftigen Stadion Wolfswinkel nachgewiesen.

Bürgermeister Prof. Martin Haag zeigte sich zufrieden über das Ergebnis der Verhandlungen mit dem Gewerbepark. Der Baudezernent wird den gemeinderätlichen Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung über die Eckpunkte der Vereinbarung informieren, nachdem bereits in der Sitzung des Bauausschusses am 1. Februar über die Umsetzung der Maßnahmen im Gewerbepark Breisgau berichtet worden war. Martin Haag: „Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Satzungsbeschlüssen beider Bebauungspläne geschafft. Das Konzept schafft einen fachlich geprüften Ausgleich für Eingriffe am Freiburger Flugplatz, wie es das Gesetz verlangt.“  

Das Konzept sieht vor, auf dem Flugplatz Bremgarten insgesamt rund 7,2 Hektar Fläche der bisherigen Start- und Landebahn und Rollbahnen zu entsiegeln und umzuwandeln. Das bedeutet: An beiden Enden der ursprünglich 3,0 Kilometer langen Betonpiste, von der ca. 2,2 Kilometer verbleiben werden, entstehen neue Naturflächen, auf denen schützenswerte Magerrasen und Magerwiesen wachsen werden. Sie gleichen zu einem Gutteil die Magerrasen-Flächen aus, die am Freiburger Flugplatz beim Bau des Stadions verloren gehen werden; zugleich entstehen im Gewerbepark Breisgau auch Schutzflächen für den Lebensraum der Braunfleckigen Beißschrecke, der mit dem Stadionprojekt in Freiburg beschnitten wird.

Die voraussichtlich in den Jahren 2018 bis 2020 geplanten Arbeiten mit Abbau der Beton- und Asphaltflächen im Gewerbepark Breisgau sind Teil einer Ausgleichsflächenkonzeption für die Bebauungsplanverfahren „Neues Stadion am Flugplatz“ und die Änderung des Teilbebauungsplans „Flugplatz/Universitätsquartier“, mit denen die planerische Grundlage für das Stadionprojekt geschaffen wird. Die Stadt kommt damit der gesetzlichen Verpflichtung nach, jeden Eingriff in geschützte Lebensräume oder in schützenswerte Populationen auszugleichen. Mit den im Gewerbepark vereinbarten Flächen kann ein großer Teil der notwendigen Ausgleichsflächen vor allem für Magerrasen und für die Braunfleckige Beißschrecke nachgewiesen werden. Da die neuen Naturflächen im Gewerbepark allein nicht ausreichend sind, werden im Rahmen des Ausgleichsflächenkonzepts noch weitere Areale auf der früheren Mülldeponie Eichelbuck, im nördlichen Teil des Freiburger Flugplatzes und Böschungsflächen am Tuniberg ausgewiesen und als Naturflächen für die Ansiedlung von Magerrasen geschützt.

Rechtliche Grundlage der Vereinbarungen mit dem Gewerbepark Breisgau ist ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Freiburg und dem Gewerbepark, der Art, Umfang und Finanzierung der geplanten Maßnahmen regelt. Die Verbandsversammlung des Zweckverband Gewerbepark Breisgau hat dem Vertragswerk bereits im Dezember 2016 zugestimmt; ebenso die Geschäftsleitung der Gewerbepark Breisgau GmbH. Die Entscheidung des Freiburger Gemeinderats ist für Mai 2017 vorgesehen. Danach werden die Ausgleichsmaßnahmen mit einer ökologischen Aufwertung der bisherigen befestigten Flächen in Bremgarten durch den Zweckverband auf Kosten der Stadt durchgeführt. Der Vertrag regelt unter anderem, wie durch ein eigenes und mit dem Regierungspräsidium abgestimmtes Mahd- und Pflegekonzept die Entwicklungsziele der Schutzgebiete und die artenschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigt werden können.

Der Nachweis von Ausgleichsflächen und deren Schutzkonzept ist Teil der Infrastruktur, die für das Stadion gebraucht wird. Die Kosten für die Herstellung der Maßnahmen in Bremgarten von insgesamt rund 2 Millionen Euro sind bereits im Budget für die Ausgleichsmaßnahmen berücksichtigt. Auch für die Pflegemaßnahmen erhält der Gewerbepark einen finanziellen Ausgleich von der Stadt Freiburg.

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